Websites verständlich erklärt

Gute Handwerker-Website: 7 praktische Kriterien

Was gehört auf die Website deines Handwerksbetriebs? Sieben praktische Kriterien helfen dir, Inhalte zu prüfen und den Weg zur Anfrage zu erleichtern.

Von Tim Pascal Ludwig4 Minuten Lesezeit
Startseite der fiktiven Schreinerei Werkraum mit Leistungsbeschreibung und Küchenvisualisierung
Einblick in unsere Werkraum-Musterwebsite. Fiktive Schreinerei, generierte Raumstudie, keine Kundenreferenz.

Jemand hört von deinem Betrieb und schaut auf deine Website. Dort möchte er verstehen, welche Arbeiten du übernimmst, ob du in seiner Region tätig bist und wie er sein Vorhaben anfragen kann. Eine gute Handwerker-Website macht diese Antworten leicht zugänglich.

Dafür muss der Auftritt nicht möglichst viele Funktionen haben. Entscheidend ist, dass Inhalte, Gestaltung und Technik zum Betrieb passen. Diese sieben Punkte helfen dir beim Prüfen.

1. Konkret sagen, was du anbietest

„Ihr kompetenter Partner“ beschreibt kaum, wobei du helfen kannst. „Badsanierung und Heizungsmodernisierung in Nördlingen und Umgebung“ gibt einem Interessenten deutlich mehr Orientierung.

Nenne die wichtigsten Leistungen schon am Anfang. Beschreibe anschließend verständlich, welche Arbeiten dazugehören und für welche Anliegen dein Betrieb geeignet ist. Fachbegriffe kannst du verwenden, wenn du sie kurz erklärst.

Praxistipp: Lies nur die ersten zwei Sätze deiner Startseite. Werden Tätigkeit und Einsatzgebiet schon darin klar?

2. Das Einsatzgebiet nennen

Die Anschrift allein sagt noch nicht, wo dein Team arbeitet. Ein klar beschriebenes Einsatzgebiet hilft Interessenten, ihre Anfrage einzuordnen. Nenne die Orte oder die Region, in der du tatsächlich tätig bist. Sonderfälle kannst du als Anfrage nach Vereinbarung kennzeichnen.

Vermeide lange Listen mit Ortsnamen, die für deinen Betrieb keine praktische Bedeutung haben. Besucher brauchen eine hilfreiche Auskunft.

3. Eigene Arbeit anschaulich zeigen

Ein echtes Projektfoto kann erklären, was sich mit Worten nur schwer beschreiben lässt. Ergänze kurz, was gemacht wurde: zum Beispiel ein maßgefertigter Einbauschrank, ein neu gedecktes Dach oder eine vollständig erneuerte Heizungsanlage.

Veröffentliche Bilder nur mit geklärten Nutzungsrechten und den nötigen Freigaben. Muster, Visualisierungen und generierte Bilder sollten eindeutig als solche erkennbar sein. Sie ersetzen keine echten Kundenreferenzen.

Ein Beispiel für die Gestaltung ist meine Werkraum-Musterwebsite. Die Schreinerei ist fiktiv, die Raumstudien sind generiert. Das Projekt zeigt Möglichkeiten für Aufbau und Bedienung, keine geleistete Kundenarbeit.

Raumstudie mit maßgefertigtem Bücherregal aus der fiktiven Werkraum-Musterwebsite
Gestaltungsbeispiel aus der Werkraum-Demo. Fiktiver Betrieb, generiertes Musterbild, keine Kundenreferenz.

4. Den Weg zur Anfrage kurz halten

Telefonnummer und Kontaktmöglichkeit sollten schnell zu finden sein. Auf dem Smartphone sollte sich die Nummer direkt antippen lassen. Ein Formular braucht für den ersten Kontakt nur Angaben, die du tatsächlich zur Einordnung des Vorhabens benötigst.

Hilfreich können beispielsweise die Art der Arbeit, der Projektort und eine kurze Beschreibung sein. Umfangreiche Pflichtangaben oder ein verbindliches Wunschdatum sind nicht für jeden Betrieb sinnvoll. Erkläre, was nach der Anfrage passiert, ohne Antwortzeiten zu versprechen, die du nicht zuverlässig einhalten kannst.

5. Auf dem Smartphone ausprobieren

Öffne deine Website einmal selbst auf dem Handy. Ist der Text ohne Zoomen lesbar? Lassen sich Menü und Schaltflächen bequem bedienen? Bleibt das Kontaktformular auch mit geöffneter Bildschirmtastatur verständlich?

Teste dabei einen konkreten Weg: Leistung finden, ein Beispiel ansehen und Kontakt aufnehmen. So fallen praktische Hindernisse eher auf als beim bloßen Betrachten der Startseite. Ein Test ersetzt keine vollständige Prüfung der Barrierefreiheit, liefert aber einen guten ersten Eindruck.

6. Inhalte und Zuständigkeiten aktuell halten

Eine veraltete Telefonnummer oder eine nicht mehr angebotene Leistung sorgt für unnötige Rückfragen. Prüfe regelmäßig, ob Kontakt, Leistungen, Teamangaben und gezeigte Projekte noch stimmen.

Auch für die technische Pflege sollte klar sein, wer zuständig ist. Dazu gehören bei einer WordPress-Website beispielsweise Aktualisierungen, Sicherungen und die Kontrolle wichtiger Funktionen. Lege vorab fest, welche Aufgaben du selbst übernimmst und welche Teil einer Betreuung sind.

7. Jede Funktion an einer Aufgabe messen

Eine Galerie kann Arbeit zeigen. Eine Materialauswahl kann Unterschiede verdeutlichen. Ein Projektplaner kann helfen, Wünsche vor einem Gespräch zu ordnen. Sinnvoll ist eine Funktion dann, wenn sie zu deinem Angebot und deinen Kunden passt.

Beginne mit den wichtigsten Informationen und einem gut funktionierenden Kontaktweg. Zusätzliche Funktionen lassen sich später ergänzen, wenn ihr Nutzen klar ist.

Dein kurzer Website-Check

  • Versteht ein neuer Besucher sofort deine wichtigsten Leistungen?
  • Ist klar, in welchem Gebiet du arbeitest?
  • Sind gezeigte Arbeiten und Bilder nachvollziehbar eingeordnet?
  • Funktioniert die Kontaktaufnahme auf dem Handy?
  • Sind Inhalte aktuell und technische Zuständigkeiten geklärt?
Tim Pascal Ludwig

Über den Autor

Hi, ich bin Tim.

Ich gestalte und betreue Websites für Handwerksbetriebe, Praxen und kleine Unternehmen. Von Nördlingen aus arbeite ich bundesweit mit meinen Kunden zusammen.

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